Die Schwarze Hofmännin

 

Im Bauernkrieg war sie die unzertrennliche Begleiterin von Jäcklein Rohrbach, mit dem sie bei der Entscheidungsschlacht am 12. Mai 1525 im Bauernlager vor Böblingen weilte. "Hofmännin" hieß sie, weil sie mit einem 1523 verstorbenen "Hof-Mann", wie man da-mals Gutspächter nannte, verheiratet gewesen war. An Steuerforderungen und anderen obrigkeitlichen Repressalien entzündete sich der Hass der damals etwa fünfzigjährigen Böckingerin, der sie an die Seite des befreundeten Jäcklein Rohrbach trieb und beim Sturm auf Weinsberg zur Anfeuerin der Bauern werden ließ. In Weinsberg soll sie den toten Grafen von Helfenstein in den Bauch gestochen und mit dem herausquellenden Fett die Schuhe geschmiert haben. Doch fanden sich dafür keine Zeugen; sie selbst hat-te das behauptet. Einem unverbürgten Bericht zufolge soll sie nach der Böblinger Schlacht und Jäckleins Tod in die Hände der Stadt gefallen und im Gefängnis einge-sperrt worden sein. Doch sei sie als Leibeigene des Jörg von Hirschhorn auf dessen Empfehlung hin entlassen worden; ihr Verbrechen, befand dieser, bestehe lediglich in ihrem "unbehüteten Mund". Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt.