Donnerstag, 10. April, 2008  /  Kommentar hinterlassen
 

Bericht – Mächtig viel Theater bei „Alles nur Theater“

Ein Highlight im 6. Neckargartacher Kulturfrühling setzte die Theatergruppe des AK HKN e.V. mit ihrem neuen Theaterstück, welches sie vom Donnerstag, dem 03. bis Sonntag, dem 06. April 2008, in insgesamt fünf sehr gut besuchten Vorstellungen im Evangelischen Gemeindehaus Neckargartach aufführte.
 
Intendantin Margit Haas bewies sowohl mit der Auswahl des dreiaktigen, fast 2 ¼ Stunden dauernden und von Erich Koch geschriebenen Schwankes
ebenso ihr Geschick wie in der auf den Punkt treffenden personellen Besetzung der acht Rollen. Bernd Maisenhelder fügte in seiner erstmaligen Funktion als Regisseur überzeugend die Rollen, die Akteure und die Spielhandlung zu einer Aufführung zusammen, die bei den Zuschauern unzählige Lachsalven und Tränenflüsse, zahlreiche Vorhänge und Standingovations produzierte.
Der trinkfeste und arbeitsscheue Bauer und stellvertretende Bürgermeister, überzeugend verkörpert von Karlheinz Ziegler, sitzt gerne in der Gaststube, zumal dort eine neue Kellnerin angestellt wurde. Er plant, mit Hilfe des Theaterstückes „Der Schöne und das Biest“ mit dieser anbandeln zu können. Seine resolute Frau Agnes, Hausfrau und Vamp zum Hinknien, souverän gespielt von Christel Gebhardt, kommt aber dahinter und holt zum Gegenschlag aus. Unterstützt wird sie dabei von Ruth Bischoff, die im Zusammenspiel und in ihren Solis ihre Rolle als die mit im Haushalt lebende und sitzend gebliebene Jungfer Hilde absolut trefflichst verkörperte. Diese ist dem Bauer schon lange ein Dorn im Auge, da sie ständig seine Frau gegen ihn aufhetzt. Darum versucht er sie mit Hilfe seines verwitweten Freundes Heinz, der gerne dichtet, amüsant gespielt von Uwe Mettendorf, loszuwerden.
Eva, die Tochter des Hauses, ist ein wenig ausgeflippt, hält eigentlich nichts von schlappen Männern. Tanja Model, die als Newcomerin ihre Rolle zwischen Punkerin und biederem Töchterchen spiel- und verwandlungstechnisch brillant auf die Bretter brachte, hielt ihren Kurs bei, bis ihr das Muttersöhnchen Hans Grundübel über den Weg läuft. Torsten Steidel, ebenfalls neu in der Theatergruppe, überzeugte als jobbender Student, der sich im Laufe des Stückes zum Macho entwickelt.
Als aufgeregt tratschende Pfarrköchin und Männerfeindin debütierte auch die hervorragend aufspielende Rita Hillebrecht.

Nach einer gemeinsamen Nacht in einem Kleiderschrank, mit dem kauzigen und knitzen Alteisenwarenhändler Franz, herrlich gespielt von Herbert Dürrich, bekommt sie ihn zum Ehemann.